Der Ortsvorsteher informiert

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Bad Salziger,


auf der letzten Ortsbeiratssitzung wurde vom Ortsbeirat einstimmig eine Resolution zum Thema Bahnlärm verabschiedet, die ich Ihnen nachstehend zur Kenntnis geben möchte, da dies doch ein Thema ist, was uns alle beschäftigt. Eine ausführliche Information über unsere Ortsbeiratssitzung erfolgt in der nächsten Ausgabe.

Resolution
„Bahnlärm Mittelrheintal“
des Ortsbezirkes Bad Salzig
für Lärmschutz und Forderungen an die Bahn AG und
alle sonstigen die Bahnschienen nutzenden Gesellschaften
(nachfolgend „Bahnbetreiber“ genannt)

Seit drei Jahren ist unser wunderschönes Oberes Mittelrheintal als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Mit vielen Millionen Euro aus Förderprogrammen der EU und des Landes wurde in den vergangenen Jahren in dieser Region viel bewegt und die Tendenz zeigt eindeutig nach oben.
Leider wird der Weg zu einer touristischen Welterberegion durch die Bahnbetreiber erheblich behindert, ja man läuft Gefahr, die Wirtschaftskraft der Region vollends zu zerstören.
Positiv aufgenommen hat die Region, wenn auch in der Frage der Art und Ausführung geteilt, die aktiven und passiven Lärmschutzmaßnahmen, die in den letzten Jahren Zug um Zug umgesetzt wurden. Fördermittel beim Austausch der Fenster und Schallschutzwände sollten der Bevölkerung helfen, mit dem bestehenden Bahnlärm fertig zu werden.
Anstelle dort fortzusetzen, wo man langsam mit dem Lärmschutz angefangen hat, wird nun erneut die Lärmkeule hervorgeholt, nach dem Motto: Komme was da wolle. Die nun beabsichtigte Ausdehnung des Güterverkehrs ist eine Katastrophe für die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal und bedeutet einen Schlag ins Gesicht der Rheinanlieger, Hotel- und Gastronomiebetriebe in der Region und im übrigen wären die zahlreichen Steuermittel in den Sand gesetzt.
Schon heute fahren täglich auf der linken Rheinseite 60, rechtsrheinisch 250 Güterzüge, die links wie rechts des Rheins gleichermaßen lärmstörend sind.
Die Folge: Häuser werden verlassen, Einwohner ziehen weg, Betriebe geben auf, alles, weil der Bahnlärm unerträglich geworden ist.
Der extreme Lärm in dem „Bahn-Nadelöhr Mittelrheintal“ gehört zweifelsohne bundesweit zu einer der stärksten Belästigungen, denn die Nord-Süd-Verbindung läuft komplett und zentral durch unser Mittelrheintal und somit auch durch den Ortsbezirk Bad Salzig.
Der Ortsbezirk Bad Salzig hat genug von diesen Lärm- und Umweltbelästigungen durch die Deutsche Bahn AG und sonstige die Bahnschienen nutzende Gesellschaften. Das „Fass Bahnlärm“ ist längst übergelaufen.
Es kann nicht sein, dass in einem anerkannten UNESCO-Welterbegebiet das touristische Kulturlandschaftspotenzial nahezu zerstört und die Anerkennung als UNESCO-Welterbe in Frage gestellt wird.
Die Bahn rechtfertigt diese Ausdehnung mit umweltpolitischen Zielsetzungen, wonach der Güterverkehr auf der Schiene den Schadstoffausstoß durch Kraftfahrzeugtransporte reduziert. Diese Argumentation ist mit Blick auf die Ozonwerte ehrenwert, aber die Folge, dass unsere Bevölkerung zum Erreichen dieses Ziels weitere gesundheitsgefährdende Lärmbelästigungen ertragen soll, werden wir nicht hinnehmen.
Bad Salzig wehrt sich entschieden gegen die derzeitige Praxis der Bahnbetreiber, die insbesondere im Bereich Güterverkehr ohne Rücksicht auf die Menschen und die Betriebe in der Region agieren und hat sich für diese Resolution entschieden.
Die Bahnbetreiber werden hiermit aufgefordert, umgehend alles Erforderliche zu tun, damit die Emissionen und Immissionen für die Menschen und die Betriebe in der Region Bad Salzig und darüber hinaus im gesamten Mittelrheintal auf ein Minimum zurückgefahren werden.

Insbesondere wird gefordert:
  1. Rücknahme der Ankündigung, die Güterverkehre auf der linken Rheinseite zu intensivieren
  2. Gerechtere Verteilung des Güterverkehrspotenzials im Transit
  3. Planung für eine mittelfristige Umgehungsstrecke für das Rheintal im Hinblick auf den Güterverkehr
  4. Sofortige erhebliche Geschwindigkeitsreduzierungen für alle Güterzüge
  5. Flächendeckender Einsatz von neuer leiserer Technik im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal
  6. Schnellstmögliches Verbot des Einsatzes alter lärmender Dieselloks und Güterwaggons
  7. Größtmögliche Reduzierung der Gütertransporte bei Nacht
  8. Sofortige Einrichtung einer Arbeitsgemeinschaft „Bahnlärm Mittelrheintal“ bei der Bahn AG in Zusammenarbeit mit dem „Zweckverband Mittelrhein“

2. Sprechstunde des Ortsvorstehers

Am Samstag, dem 18. November 2006 findet ein „workshop“ über die Weiterentwicklung von Bad Salzig statt. Als Fachleute stehen uns u.a. Mitarbeiter des Zweckverbandes „Welterbe Oberes Mittelrheintal“, Mitarbeiter des Planungsbüros „Stadt-Land-Plus“ und Mitarbeiter der Verwaltung zur Verfügung.
Da sich dieser Termin mit meiner Sprechstunde überschneidet, findet an diesem Samstag keine Sprechstunde statt. Bei dringenden Anliegen bin ich selbstverständlich ab 18,00 Uhr auch telefonisch unter den bekannten Nummern erreichbar.

Wolfgang Spitz

Ortsvorsteher von Bad Salzig



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