Der Ortsvorsteher informiert

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Bad Salziger,


Hochwasserschutz
Ich hatte vor einiger Zeit bereits eine kurze Information über den Hochwasserschutz in Bad Salzig veröffentlicht, möchte allerdings dies etwas ausführlicher nachreichen:
In einem Vortrag erläuterte der zuständige Sachbearbeiter der Struktur- und Genehmigungsbehörde (SGD) Nord, Herr Wilhelm Augst, warum aus seiner Sicht ein Hochwasserschutz für die Anlieger in der Rheinbabenallee und in der Rheinuferstraße aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage kommt. Folgendes war dem Ganzen vorausgegangen:
Im Herbst 2001 beauftragte die Stadtverwaltung Boppard das Ingenieurbüro Björnsen aus Koblenz eine Studie zu erstellen, ob nach der Vergabe des Umweltministeriums in Mainz, der Bau eines Hochwasserschutzes für Bad Salzig und Hirzenach wirtschaftlich durchführbar sei. Im Frühjahr 2003 erläuterte Herr Dr.Böttcher von dem planenden Fachbüro Björnsen im Sitzungssaal des Alten Rathauses in Boppard in sehr ausführlicher Form, dass der Ausbau des Hochwasserschutzes in Bad Salzig wirtschaftlich machbar sei.
Nach den Zustimmungen der zuständigen Gremien der Stadt Boppard wurde die Studie der SGD Nord zur weiteren Bearbeitung zugesandt. Nach einem Zeitraum von etwa 3,5 Jahren nun Herr Augst von der SGD Nord am 13.9. diesen Jahres im Alten Bahnhof von Bad Salzig vor einer großen Anzahl interessierten Zuhörern das Ergebnis seiner Überprüfung , ob der Hochwasserschutz für Bad Salzig wirtschaftlich durchführbar sei, bekannt.
Eine pausschale Aussage hierzu lautete nein. Er berief sich hierbei auf die zeichnerisch dargestellten Hochwasserhöhen des fünf- und zehnjährigen, wiederkehrenden Hochwassers.
Diese Höhen konnten von den Bewohnern nach meinem Eindruck nicht nachvollzogen werden. Alle hatten hier höhere Marken im Gedächtnis. Daraus ableitend stellen sich folgende Fragen:

  1. Warum wurde von der Stadtverwaltung Boppard für den Termin am 13.9.2006 kein Vertreter des mit der Planung beauftragen Ingenieurbüros Björnsen eingeladen? Hier hätte in einem fachlichen Streitgespräch für die anwesenden Besucher dargelegt werden können, welche Meinung richtig sei.
  2. Warum hat sich Herr Augst von der SGD Nord in seinem Sachvortrag nicht mit den Einzelpositionen der Studie des Planungsbüros Björnsen auseinandergesetzt? Wenn Berechnungen nicht übereinstimmen oder falsch sind, vor allem bei den kostenträchtigen Positionen, wäre das für unser Nachvollziehen der Entscheidung hilfreich gewesen.
Ich hatte das Gefühl, das die Bewohner die angenommenen Hochwasserstände als zu tief empfunden haben. Und genau hierauf bezieht sich eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, oder anders ausgedrückt: Übersteigen die Kosten die Schäden? Einige Bewohner empfinden das Gutachten des Planungsbüros Björnsen als nicht widerlegt. Auffallend wäre vor allem, das die Studie für Hirzenach, die einen Ausbau als nicht wirtschaftlich vertretbar hält, von der SGD kommentarlos geteilt wird. Bei einer Ablehnung war man sich also einig.
Für mich ist das Thema nicht vom Tisch, wobei ich natürlich nicht hoffe, das der Rhein uns nochmals Beweise liefert. Wir werden allerdings kommende Hochwasserstände kritisch begutachten, denn Wasser im Keller und Bahnlärm im Wohnzimmer sind auf die Dauer schwer erträglich.
Wolfgang Spitz Ortsvorsteher Bad Salzig

Wolfgang Spitz

Ortsvorsteher von Bad Salzig



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