Fünf Mühlen


Salzig von Mertes - bzw. Salzbornbach durchflossen, hatte in früherer Zeit vier Kornmühlen. Sie wurden von diesem Salziger Bach, der im größten Teil des Jahres sehr wenig Wasser führte, oberschlächtig (durch Wasser von oben ) angetrieben. Um aber auch in dieser Zeit die Mühlen zu betreiben, hatten sich die Müller ein ausgeklügeltes System ausgedacht.
Es konnte wegen des wenigen Wassers, immer nur einer nach dem anderen von oben nach unten mahlen. Sie hatten darum oberhalb jeder Mühle ein größeres Wasserhaltebecken, " Bäderich " genannt angelegt (Solche Anlage ist heute noch in der Erbachklamm an der Daubisberger Mühle zu sehen. )
Die oberste Mühle war die Mertes - auch Öwerscht Mühl genannt. Sie stand am oberen Ende der Römerstraße, ungefähr dort, wo heute das Heilwasserbrünnchen steht, gegenüber des jetzigen Parkhotel. Wenn der Mertes-Müller mahlte, musste der unterhalb wohnende Börnches-Müller ( die heutigen Wohnhäuser Laub/Wisskirchen und Friedmann ) das ihm zufließende Wasser in seinem Bäderich stauen. Hatte er gemahlen, floß es weiter an die Bienese-Mühl Auch Rumpfs-Mühle genannt, die etwa gegenüber der Friedenseiche am Neudörfchen lag, etwa drei Meter unter dem Niveau des jetzigen Theodor-Hoffmann Platzes. War der Molter - Müller fertig und sein Wasser abgeflossen, hatten dann die Müllerschantons Gelegenheit zum Mahlen. Diese Mühle lag da, wo heute die Bäckerei Nörtersheuser ist. Im Keller waren noch damals Reste der Mühle zu sehen.
Der letzte noch aktive Müller in der Börnches -Mühl, Anton Bach (geb. 15. 11.1851 gest. 14.11.1925) war im Alter von 19 Jahren mit einem Trupp preußischer Soldaten ,die dort einquartiert waren, als Pferdejunge bis zur Belagerung von Paris 1870-71 mitgezogen.
Um die Jahrhundertwende wurde dann in der Römerstraße Nr. 17, von Georg Bock die Gruschels-Mühl erbaut , die als erste nach den vier Wassermühlen Motorantrieb erhielt. Ende der dreißiger Jahren wurde der Mühlenbetrieb eingestellt.
Die Mertes-Mühl und die Bienese-Mühl wurden beim Bau der Kuranlage zwischen 1900 bis 1910 abgerissen. Die anderen fielen der fortschreitenden Industrialisierung zum Opfer und wurden unrentabel.

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