Die Frühkirsche in Salzig


Mit der Güte seiner Frühkirschen wurde Salzig weit über die Grenzen des Landes bekannt Immer mehr Weinberge wurden ausgehauen und an ihrer Stelle Kirschbäume gepflanzt, so daß die Salziger Gemarkung schließlich wie ein großer Kirschwald aussah. In den ersten Zeiten musste sich der Bauer selbst um den Absatz seiner Früchte bemühen und sie in den Hunsrück oder Taunusdörfern zum Verkauf anbieten oder sie mit dem Nachen in die Rheinstädte transportieren. Das wurde mit einem Male anders, als sich auswärtige Händler für die Kirschen interessierten und Dampfschiffe und Eisenbahnen den Transport erleichterten und beschleunigten. Der Kreis der Abnehmer weitete sich. Besonders in England eroberte die Salziger Kirsche den Markt. Wegen der langen Reise wurde die Früchte in halbreifem Zustand gepflückt. Der Verkauf fand am Rheinufer statt, und wurden dann auf das Dampfschiff verladen. Nach der Einrichtung einer Eisenbahnhaltestelle verlagert sich der Transport der Kirschen mehr auf die Bahn. Später traten an die Stelle Englands als Abnehmer das niederrheinische Industriegebiet und die Städte an der Nordseeküste.
P S. Der Weinanbau ist zwar urkundlich erst im 13. Jahrhundert nachgewiesen,ist sicher aber älter. Weinberge bedeckten bis in den Anfang des 19.Jahrhunderts weite Teile der Bad Salziger Flur. Dann aber machte die Weinrebe weitgehend dem Frühobst, in erster Linie dem Kirsch-, Aprikosen- und Pfirsichbaum Platz.

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