Die Kapelle in Bad Salzig

Bereits Ende der 1920 Jahre entstand bei den evangelischen Gemeindegliedern von Bad Salzig sowie auch den dort weilenden Badegästen der Wunsch einen regelmäßigen Gottesdienst im Ort einzurichten. Dieses Bestreben konnte in einem geeigneten Raum des Kurhauses realisiert werden, in dem durchweg 50 bis 60 Personen in den Sommermonaten an den Gottesdiensten teilnahmen.
Trotz dieses Erfolges wurde die Errichtung einer eigenen evangelischen Kapelle angestrebt, für die man schon bald einen geeigneten Bauplatz auf einer leichten Anhöhe unweit des Kurhauses fand. Hier konnte, in bester Lage, mit Blick auf den Rhein, am 28.7.1935 die Grundsteinlegung erfolgen und am 16. September des gleichen Jahres das Richtfest gefeiert werden. Am Sonntag, dem 24. April 1936 fand dann die Weihe der Kapelle statt, zu deren Erbauung nicht nur die evangelische Kirche und die evangelischen Bürger Bad Salzigs, sondern in erheblichem Umfang auch rheinische Industrielle beitrugen, die den kleinen Ort von ihren Kuraufenthalten gut kannten.
Nachdem der Anteil der Evangelischen von 120 im Jahr 1935 auf 320 im Jahr 1968 anwuchs, wurde es notwendig, für die Gemeinde Boppard eine zweite Pfarrstelle einzurichten, die 1965 Pastor Dieter Osthus als Hilfsprediger besetzte, bis er dann zwei Jahre später in die Pfarrstelle Boppard-Buchenau, Bad Salzig und Weiler eingeführt wurde.
Das hiermit verstärkt einsetzende Gemeindeleben des kleinen Ortes machte eine Renovierung der Kapelle erforderlich, so dass, nachdem bereits eine modernere Heizungsanlage eingebaut wurde, im Sommer 1967 eine Erneuerung des Außenanstrichs und der Außenanlage erfolgte. In einem zweiten Renovierungsabschnitt 1969 fand einer Neugestaltung des Innenraumes statt, bei der u.a. die Beleuchtung und der Altarraum modernisiert wurden. Nachdem die Kapelle so drei Jahrzehnte lang Ziel einheimischer Kirchgänger und Kurgäste, aber auch vieler Brautpaare war, zeigten deutliche Spuren am Putz und Mauerwerk die Notwendigkeit einer erneuten Sanierung, die in den letzten Jahren erfolgte, um dieses "namenlose Kleinod am Bergeshang" auch weiterhin in einem guten Zustand zu erhalten.


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